Auf eine grün-weiße Saison!

Alles noch einmal Revue passieren lassen. Träumen, Blogs lesen, Fotos anschauen, immer und immer wieder. Mit einem Knall aufgehört und ruhig war es. Immer wieder höre ich es, singe leise mit „Oh RSC, oh RSC, Oh RSC, …“ Die Trommelschläge mein Rhythmus im Alltag. Die Liedtexte meine morgendliche Gebete. Die Crew meine Droge. Und jetzt, endlich wieder alles vereint. Ich liebe dich, du wunderschöne Vorfreude.

(aa) Gefühle adäquat auszudrücken ist nicht einfach und sonst auch eher nicht mein Ding. Aber diese Einleitung passt einfach. Sie drückt das aus, was ich monatelang durchstehen musste. Es gibt zwar haufenweise Ausgleichsmöglichkeiten, doch das Gefühl mit seinen engen Freund*innen auf der Tribüne zu stehen und den RSC voran zu singen, ist mit nichts vergleichbar! Ich will damit nicht sagen, dass die Riot Shocker Crew ein Projekt ist, welches durch Einzigartigkeit nicht übertroffen werden kann. Es verbergen sich hinter ihr aber einzigartig tolle Menschen und eine (fast) einzigartig angenehme Mentalität! Ich liebe euch Leute und auch wenn es manchmal schwierige Situationen gibt, denkt daran wie viele schöne Momente wir durch diesen Verein teilen durften.

Es geht schon wieder los…
Die Vorbereitungen für den Spieltag liefen überraschend problemlos. Mag aber auch vielleicht daran liegen, dass wir mittlerweile alle sehr gut mit dem Druck umgehen können, etwas in den letzten Stunden und Minuten zu organisieren. Der Samstagabend wurde noch schnell dafür genutzt die letzten Tapeten zu rollen und den Alkoholpegel über das Wochenende konstant zu halten. Freitagabend wurde nämlich auf ner Soli-Trash-Party ordentlich der ‚Innenminister-Konferenz‘ (IMK) entGEGENgedanct. (Weitere Infos folgen, bis dahin schaut mal unter: http://keinfriedenmitderimk.noblogs.org)
Treffpunkt für die gemeinsame Anreise war dann schließlich am Sonntag um 8:45h am Bahnhof. Diese unsportlichen Zeiten steckt die Crew mittlerweile ungewöhnlich gut weg, sodass auf das Notfallauto, in dem noch drei Plätze für verschlafende Sufftras frei gewesen wären, nicht zurück gegriffen werden musste. Nun ja gut, würde mensch morgens nicht unter chronischer Dyskalkulie leiden, hätten wir durch das Notfallauto auch noch knapp 30€ Zuggeld sparen können. Ob es wirklich Dyskalkulie oder doch wieder eine alkoholbedingte Diplopie war, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren.

Nächster Halt: Auswärts

Angekommen in Quakenbrück wurde erstmal versucht, die erfolgreichen Tramping-Erfahrungen erneut umzusetzen. Jedoch hätte diesmal wohl zufällig ein leerer Kleinbus um die Ecke biegen müssen, um erfolgreich alle Menschen zur Halle zu bringen. Der ‚Fanmarsch‘ durch die Quakenbrücker Metropole war jedoch auch sehr gewinnbringend.
Angekommen bei der Halle, das Team war natürlich schon da, wurde sich erstmal begrüßt und das Auto ausgeladen. Ein Shocker der Sektion Münster wollte noch die Zaunfahne im Klo versenken, hat sich dann aber doch noch umentschieden. Die Spaltung ist nicht mehr weit, treibt es nicht auf die Spitze! Very Happy
Unser Kameramensch und Bierlieferant*in ließen dann noch ein bisschen auf sich warten, schafften es aber pünktlich zum Tip-Off in der Halle zu sein.

Auf eine grün-weiße Saison
Ja diese Saison wird grün-weiß, da habe ich ein sehr gutes Gefühl! Das erste Spiel gegen die Dragon Wheelers eröffneten wir mit einer kleinen Fahnenchoreo. Spielerisch ging es sehr rasant los. Der RSC schien anfangs überrascht und hatte Probleme ins Spiel zu finden. Die Trefferquote ließ sehr zu wünschen übrig und die Defense eröffnete zu große Möglichkeiten für die spielerisch starken Dragons. Fast jeder Angriff auf unser Korb konnte mit zwei Punkten abgeschlossen werden. Zum Ende des zweiten Viertels kam das Team langsam ins Spiel und wurde zunehmend sicherer im Spielaufbau und Abschluss, sodass ein Halbzeitstand von 26:12 positiver zu werten ist, als es sich vielleicht anhören mag.
Zur zweiten Hälfte wurde eine Tapete hochgehalten, welche an die Pogrome am 09. November 1938 gedenkt: „9.11.’38: REMEMBER HISTORY – FIGHT FASCISM!“ In der Zeit vom 7. bis 13. November 1938 wurden etwa 400 jüdische Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Die Pogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in der industriellen Vernichtung der europäischen Juden mündete. Auch in der heutigen Zeit ist eine Zunahme antisemitischer Tendenzen immer wieder spürbar. Umso wichtiger scheint es, die Ausmaße von Nation und Rassismus immer wieder aufzuzeigen, sodass der Nationalsozialismus mit seiner antisemitischem Ideologie sich nie wiederhole!

Weiter nun zum Spiel: Die zweite Halbzeit wurde zunehmend dramatischer. Die Unsicherheiten konnten fast komplett abgelegt werden, viele Rebounds wurden gewonnen und Körbe erzielt. Leider konnte der Rückstand der 1. Halbzeit nicht durch die gute Leistung der 2. Halbzeit eingeholt werden, sodass der RSC mit einem Endergebnis von 54:40 den Dragons unterlag. Auf der Tribüne war die Stimmung großartig! Dauerhafter Support mit viel Variation machte Heißhunger auf das nächste Spiel.

„Refugees Welcome“
Nach einer kurzen Erholungspause für unsere Stimmbänder ging es weiter gegen H.S.V. Basketball Groningen. Mit einer neuen „Refugees Welcome“-Fahne und einer Tapete möchten wir uns mit allen Geflüchteten solidarisieren, welche in Deutschland und anderswo ein Bleiberecht fordern. Durch angeordnete rassistische Kontrollen des Senats (SPD) sollen zur Zeit in Hamburg ‚illegale‘ Geflüchtete identifiziert und abgeschoben werden. Aufgrund einer großen Protestbewegung konnten diese Kontrollen teilweise eingeschränkt werden, eine Besserung der Situation ist jedoch (noch) nicht in Sicht. Auch in anderen Städten und Dörfern machen Rassist*innen mobil. In Schneeberg (Sachsen) gingen ca. 2000 Bürger*innen auf einer NPD-Demonstration gegen „Asylbetrüger*innen“ auf die Straße. In Duisburg/Bergheim hetzt der deutsche Mob gegen ein Sinti und Roma Wohnhaus, in Berlin/Hellersdorf gegen ein Flüchtlingsheim.
Wir fordern ein sofortiges Bleiberecht für alle Geflüchteten! Kein Mensch ist illegal!
Geht auf die Straße und stellt euch diesem rassistischem Mob entgegen!
(In der Hallenzecke #6 wird es einen ausführlichen Bericht über die jeweiligen Entwicklungen geben)

Die Ampeln stehen auf Grün
Das zweite Spiel bestritt unser Team gegen H.S.V. Basketball Groningen. Meine Zuversicht auf einen anstehenden Sieg war schon sehr zwiegespalten. Letzte Saison zwei Mal klar gegen Groningen verloren, die zweite Halbzeit gegen Quakenbrück ließ jedoch hoffen. Und so sollte es dann auch los gehen. Das Team hatte sich eingespielt, Groningen wirkte überfordert. Wir auf der Tribüne gaben unser bestes daran mitzuwirken. Der Vorsprung baute sich aus und alle Ampeln wurden auf Grün gestellt. Groningen stabilisierte jedoch zum zweiten Viertel ihre Defense, konnte gut nach vorne agieren und schloss auf knappe 30:29 zur Halbzeit auf.
Welch ein nervenaufreibender Halbzeitstand.
Ab der zweiten Halbzeit konnte der RSC immer sehr knapp vorlegen, spannend blieb es aber bis zum Ende. Unser RSC absolvierte ein rundum überragendes Spiel und kämpfte bis zum Ende für den ersten Sieg der Saison. DANKE!
Auch wenn auf der Tribüne gegen Ende ein bisschen die Luft raus war, war die Stimmung wirklich sehr angenehm. Schönen Dank an dieser Stelle Richtung Sektion Oldendburg für Choreo, Fahnen und Stimmbänder! Schönen Dank an Sektion Münster für… (überleg)… für Nichts! Wink Da ihr als Individuum nicht die Sektion Münster seid, erfährt doch noch jemand von euch Anerkennung: Schönen Dank an den Shocker, der sich um die durstigen Lebern kümmerte.

Ich geh mit dir wohin du willst, auch bis ans Ende dieser Welt!
Beim nächsten Heimspiel sind wir da, singen für dich das ist doch klar!
(23.11.13 – Heimspiel in der Goethe-Ring-Halle)

Eine weitere Auswahl von Fotos findet ihr bei tumblr

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