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Tage wie dieser – Rückblick Groningen

(sp) Es gibt Tage, an denen weiß mensch schon beim Aufwachen, dass sie gut werden. Bei manchen weiß mensch es schon am Tag zuvor beim Einschlafen. Und dann gibt es die Tage, auf die sich bereits ein halbes Jahr im Vorfeld gefreut wird. So ging es wohl fast allen Shocker_innen beim Betrachten der Spieltermine zu Beginn der Saison und der Feststellung, dass Groningen auf einem Samstag liegen würde. Einem Samstag zudem, an welchem noch nichts anderes stattfand und welcher somit weit im Vorfeld freigehalten werden konnte. Das schafften die einen besser als die anderen, aber im Endeffekt war die Vorfreude auf die Reise nach Groningen groß. So groß und so ansteckend, dass unser geplantes Reisegefährt und die Anzahl der mitreisenden Personen immer weiter wuchs und die Überlegung, einen Bus für die Fahrt zu mieten, sich schon bald als absolut brauchbar entpuppten.

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Nun liest sich so eine Busfahrt immer leichter, als die tatsächliche Vorbereitung und Durchführung dahinter ist. Die Bustickets für die Tour wollten wir z.B. beim ersten Heimspiel (wir erinnern uns, 23.11.2013) verkaufen, da wir hier eine größere Menschenmenge mit Interesse daran erwarteten und so auch in der Frist, die uns das Busunternehmen gesetzt hatte, bereits festmachen hätten können, ob die Busfahrt weiterhin realistisch ist. Mit der Absage des Heimspieltages kamen wir hier natürlich schon ins Rotieren. Nur ein ähnlicher Sachverhalt in Groningen hätte uns wohl noch mehr verzweifeln lassen. Die Planungsmasterminds der Crew schafften es aber doch und sowohl der (Getränke-)Einkauf als auch die Choreovorbereitungen waren bereits am Tag vor der Abfahrt abgeschlossen. Die Crew traf sich an besagtem Samstagmorgen früh zum Brötchen schmieren und gemeinsamen Einstimmen auf die Reise. Mit dabei diverse Sufftras, die gerade aus ihren Partylöchern kamen und ein letztes Bier zu trinken gedachten, die Reise an sich aber nicht antreten wollten. Auch unsere Gäste aus entfernten Städten, sowie die Sektionen, trafen langsam am Ort des Aufbruchs ein und als auch der Bus pünktlich vorfuhr, ahnten sich einige bereits in Groningen.

Doch zuerst hieß es, alles im Bus zu verstauen. Der Busfahrer kommentierte das Herantragen der Getränke nach einer Weile nur mit einem erstaunten „Was habt ihr denn vor?“, während viele Menschen halfen, die Gegenstände und Getränkekisten im Bus optimal zu arrangieren. Wie es so kommen musste, blieben dabei unsere gemalten Tapeten zuhause liegen. Wenn wir rausbekommen, wer dafür verantwortlich war, wird dieser Person wohl nahegelegt, der Sektion Münster beizutreten. Teil davon wird sie wohl noch nicht sein, denn so viel Verantwortung kann von den Münsteraner_innen eh niemand tragen. Sinnvoller die Tapeten zu vergessen, als das Bier, mag es ja trotzdem gewesen sein. Mensch kann halt nichts für die Überforderung einzelner. Die Sufftras hingegen waren nicht überfordert, sondern eigentlich in ihrem Element. Wenn sie nicht im Weg rumstanden, konsumierten sie weiter Alkohol und liebäugelten mit der Möglichkeit, im Bus noch kurz ein Feierabendbier zu sich zu nehmen. Während unsere Mitreisendenliste auf der einen Seite langsam schrumpfte, da einige Menschen nicht aufstehen wollten (Wohnort Münster) und andere nicht konnten (Verräter_innenschweine, bei denen liegt es in der Natur der Sache), wuchs die Liste auf der anderen Seite um eine Handvoll Sufftras.

So fuhren wir eine Viertelstunde nach angedachter Abfahrt (wir kennen den Schuldigen, noch ein Kandidat für die Sektion Münster) los. Unser Reiseleiter wies souverän auf die Verhaltensweisen auf einer Bustour hin, nachdem zuerst alle Freund_innen und auch Sektion Münster begrüßt worden waren. Auch die Sufftras stellten langsam fest, dass es doch ganz unernst nicht wahr. „Wo fahren wir eigentlich hin?“, „Ohne Alkohol wäre ich nicht hier“ und andere eloquente Beiträge versüßten gerade zu Beginn der Fahrt selbige. Mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten vertrieb sich die illustre Reisegesellschaft die Zeit. So wurde im Bus gelernt, gegessen, geschlafen, gesungen, die Hallen-/Auswärtszecke gelesen oder einfach nur aus einem Benzinkanister Cola-Korn konsumiert. Vergnüglich stoppte der Bus bald darauf zur ersten Pause und entlud sich sehr fix. Hierbei kam es dann zu den üblichen Umgestaltungsvorgängen. Ihr kennt das ja, hier ein Loch buddeln, da einen Baum pflanzen. Was mensch eben so macht. Der Busfahrer kommentierte nicht, was wir bei ihm als positiven Charakterzug verbuchten und nachdem alle fertig umgestaltet hatten, das Bier wieder aufgefüllt war und auch die letzte Person fertig mit Kotzen war, ging es weiter Richtung Groningen, entlang durch Feindesgebiet – Dem Emsland.

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Unser Reiseleiter griff sich wieder das Mikrophon und gab uns eine großartige Einführung in das Wesen der Emsländer_innen und des Emslands als solchem. Dem Alkoholkonsum war der Vortrag auf jeden Fall zuträglich, denn im Großteil ging es doch ums Saufen und diverse Kornbrennereien, die es im Emsland scheinbar in jedem Keller gibt. Von den Emsland Rollis fehlte im Vortrag, der jede noch so kleine Besonderheiten des Emslands betonte, allerdings jegliche Spur.

Wir erreichten die Grenze ohne weitere sonderlich erwähnenswerte Ereignisse und auf dem Weg zur Halle kamen uns dann Erinnerungen an die letzte Tour nach Groningen. Mensch, was waren wir heute nüchtern im Vergleich zum Jahr davor. Oder aber, wir waren so viele, dass die zwei bis fünfzehn Sufftras nicht so auffielen, wie zuvor. Zuletzt hatten wir Groningen mit einem Neunerbus und einem Auto angereist, nun also mit einem 57er Bus. Unser Reiseleiter war sich trotzdem sicher, dass der Bus kaum größer sei als letztes Jahr und ließ den Busfahrer erst einmal vor die Halle manövrieren. Unser Busfahrer konnte nicht nur gut schweigen und das Schauspiel in den Pausen über sich ergehen lassen, nein, auch Busfahren hatte er drauf. Ohne ein Wort des Ärgers badete er die dümmliche Idee unseres Reiseleiters aus und wendete auf kleinstem Platz um uns kurz darauf aus dem Bus zu entlassen. Etwa zeitgleich mit uns kam das Team des RSC Osnabrück im Bulli, sowie aus der anderen Ecke ein Bullenwagen, an. Warum dieser mitten im Nichts an einer Halle rumgurkte, konnte nicht geklärt werden. Probleme gab es aber keine und so wurde sich bepackt und der Weg zur Halle angetreten.

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Es war schon ein schönes Bild, überall in der Halle, draußen und auf der Tribüne Shocker_innen zu sehen, die sich für den Tag einrichteten. Der Tresen der lokalen Gastronomie fand darüber hinaus schnell seine Fanbasis und Sektion Frankfurt vermittelte sogar mit niederländischen Sprachkenntnissen einige schmackvolle Biere an nicht so sprachgewandte, aber durstige Mitfahrer_innen. Das Bier war zwar nicht ganz billig, trotzdem wurde versucht, einen Kasten zu erwerben um die Örtlichkeiten weiter zu unterstützen. Leider konnte der Barkeeper auf das Angebot nicht eingehen, da es ein Glasflaschenverbot für die Tribüne gab. Zwar guckte er bei unserem Betreten immer schön weg und sprach unsere mitgebrachten Flaschen nicht an, müsse dies aber ja nicht auch noch fördern. Schade, aber dennoch eine sehr kulante Haltung und ein Grund, warum wir uns in Groningen so freundlich aufgehoben fühlen. Im Folgenden wurde die Choreo vorbereitet und die Auswärtszecke in der Halle verteilt. Bei den Emsland Rollis fand sich genau ein_e Abnehmer_in, während sich beim Team aus Groningen fleißig dafür bedankt wurde und alle ihr Exemplar erhielten. Gut, dass wir die Auswärtszecke in gegenseitigem Respekt auch auf Niederländisch vorbereitet hatten, während wir eine Überarbeitung zur Verständlichkeit der Emslandbevölkerung nicht vornahmen.

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Dann sollte es endlich losgehen. Zu einem großen Joschi (von Super Mario) mit Basketball in der Hand und einem großen „Super RSC“ flogen diverse Kassenrollen. Die Prophezeiung, dass die Halle groß genug sei und die Kassenrollen nicht mal bis aufs Feld fliegen würden, bestätigten sich, während die Prophezeiung bzgl. der Größe des Joschis und der Annahme, dieser würde wohl locker vor die Tribüne passen, beinahe um ein paar Zentimeter falsch gewesen wäre. Auch wenn die Kassenrollen nicht wirklich auf das Feld geflogen waren, sammelten sich schnell einige Shocker_innen um diese zu beseitigen und von unten das „Aux Armes“ anzustimmen. Ein guter Auftakt in einen Support, der in der Folge nie an Intensität verlor. Bis auf Sektion Münster hatten alle Bock zu singen und selbst einige Sufftras rissen sich zusammen. Wenn an der einen Ecke der Tribüne der Gesang abebbte, entsprang er an der anderen Ecke umso lauter. Sektion NEUmünster konnte hier ebenfalls kräftig punkten, da sie mit Textsicherheit und Melodiekenntnis alle naheliegenden Erwartungen auf Grund der Namensähnlichkeit zu Sektion Münster entkräften konnte. Auch auf dem Spielfeld verzauberte uns das Team des RSC Osnabrück. Zur Halbzeit führten unsere Spieler_innen mit 27:17 Punkten und ließen bereits zu diesem Zeitpunkt kaum noch Zweifel zu, wer hier als Gewinner_in vom Platz kommen würde.

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Doch dann folgte das, was wir aus den Ausführungen unseres Reiseleiters über das Emsland nur erahnen hätten können. Die Punkterichter_innen versuchten das Unmögliche. Mit den Augen betrachteten sie das unterhaltsame Geschehen auf der Tribüne, während sie nebenbei versuchten, die Spielzüge des RSC Osnabrück zu verstehen, die in einer selten gekannten Geschwindigkeit vorgetragen wurden. Derart multiple gefordert stellten sie irgendwann ihre Tätigkeit ein und beschränkten sich darauf, die Punkte nicht mehr nach erfolgreichen Korbwürfen zu verteilen, sondern so, dass das Spiel ausgeglichen und spannend blieb. Hier mal ein Punkt mehr für das Emsland, hier mal zwei Punkte weniger für den RSC Osnabrück. Doch irgendwann flog auch die nett gemeinte Punkteverteilung auf und es gab Proteste aus allen Lagern. Ob das Emsland protestiert hat, wissen wir nicht mehr so genau. Dass sie nicht verstanden haben, dass sie nur führen, weil die Punkterichter_innen es gut mit ihnen meinten, könnten wir uns vorstellen und von daher mag es auch so gewesen sein, dass auch das Emsland gegen die Wertung aufgebahr.

Die Crew überbrückte die Zeit der Entscheidungsfindung mit weitersingen und dem Versuch in Erfahrung zu bringen, was hier genau vorgefallen war und wie das Spiel weiterlaufen würde. Irgendwann folgten eine Art technische Freiwürfe. Mal für den RSC Osnabrück, mal für das Emsland und der Endstand von 48:43 gegen den RSC war ebenfalls irgendwann final. Bis dahin hatte die unterhaltsame Aktion der Punkterichter_innen dazu geführt, dass die Crew etwa zwanzig Minuten länger sang, als sie es bei einem normalen Spielverlauf getan hätte und sowohl wir als auch das Team sehnte die Pause herbei. Ein kurzer Plausch mit unserem Trainer erbrachte die Erkenntnis, dass der RSC Osnabrück aus Kostengründen keinen Protest gegen die Wertung für die Emsländer_innen einlegen würde, auch wenn das auf Grund der Geschehnisse absolut nachvollziehbar gewesen wäre. Das wiederrum das Emsland davon überzeugt war, nicht anders gegen uns gewinnen zu können, spricht Bände über deren Teamgeist. Meppen, das Epizentrum der Emsland Rollis kann uns mal ganz weit den Buckel runterfahren. Wir haben lange gesucht, es kaum vermisst und doch ist es jetzt in anderer Form wieder da. Meppen – Das Nordhorn des Emslands!

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Wir regenerierten uns bei einem kurzen Trott zum Bus und dem Auffüllen unserer Speisen, bevor es nach einer kürzeren Pause gegen die Gastgeber_innen aus Groningen ging. Ähnliches Setting: Ein überragender RSC Osnabrück, gepusht durch die überragende Stimmung auf der Tribüne, ließ die Halle wackeln. Wenn auch der Halbzeitstand eine geringere Punktedifferenz zwischen dem RSC Osnabrück und Groningen aufwies als bei der Partie gegen die Emsland Rollis (24:31 Punkte für die Guten), reichte der Vorsprung zu einem eigentlich nie gefährdeten Sieg (47:65 Punkte für die Guten). Vorstellbar wäre, dass auch an dieser Stelle das beherzte Agieren der Crew dem Team den Rücken freihielt. Mit der Wachsamkeit eines dreiköpfigen Hundes behielt sie den Punktestand genau im Auge und konnte tatsächlich auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam machen. Sobald die Tumulte auf der Tribüne starteten, besannen sich die Punkterichter_innen auf ihren Job und sortierten die Punkte ruckzuck so, wie sie denn eigentlich sein mussten.

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Wir feierten auch das komplette zweite Spiel und am Ende konnte mensch in viele glückliche, wenn auch erschöpfte Gesichter blicken. Auch das Team war gut zufrieden. Leider fehlte etwas die Zeit zum gemeinsamen Verabschieden, da wir nach dem Aufräumen der Tribüne zum Bus mussten. Schließlich hatte uns das erste Spiel etwas in Verzug gebracht. Es folgte noch ein kurzes Foto mit allen Mitreisenden auf welchem Sektion Münster zum Glück fehlte. Beim anschließenden Antreten der Rückreise waren sie allerdings wieder dabei, lösten sich aber kurz darauf auf um der Sektion Sufftras beizutreten. Mitbekommen hat davon wie immer niemand etwas, es interessierte schlicht und ergreifend niemanden. Die Rückfahrt war von guter Stimmung und immer noch beweglichen Stimmbändern geprägt. Unser Reiseleiter machte weiterhin einen grandiosen Job und ließ auch beim letzten Stopp vor der deutschen Grenze noch einmal sein komplettes Potential erkennen, als er die Reisegruppe auf die benachbarte Bullenstadion aufmerksam machte und empfahl, hier nicht so zu eskalieren. Wir können ihm also danken, dass wir vollzählig und im Zeitplan Osnabrück erreichten. Die Vorräte wurden aus dem Bus geholt und es begann ein geselliges Beisammen sein.

Wir danken allen, die mit uns diese Tour bestritten haben. Den Shocker_innen, die sich um das Essen und Trinken, die Choreos und die Busorga gekümmert haben. Den Sufftras, die zu unerbittlich waren, als sich morgens vom Suff ins Bett zwingen zu lassen. Den vielen Gästen, welche teilweise das erste Mal mit uns unterwegs waren und die trotzdem nie als Fremdkörper in der Kurve oder im Bus wahrgenommen wurden. Den Gastgeber_innen in Groningen, die uns gewähren ließen, egal was wir auch taten und stets ein Lächeln für unser Treiben über hatten und wir danken unserem Team und Trainer_innengespann. Mit euch geht uns das Herz auf und die vielen Lieder die von eurer Einmaligkeit und unseren Gefühlen zu euch berichten, sind unser Versuch, euch etwas davon wieder zu geben.

Wie schon das Vorwort in der Auswärtszecke an besagtem Spieltag endete, so schließt auch dieser Text:

Bereits Teil der Legende – IHR!

PS: Wir danken auch Sektion Münster. Schön, dass ihr so unauffällig wart und euch weitestgehend zurückgehalten habt.

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(Text erschienen in der Hallenzeck #7)

Süßer die Shocker_innen nie klingen

Unpolitisch
(tv) Also ohne wieder in viel Pathos zu verfallen, was ich gerne mal mache, es ist einfach immer wieder schön in Meppen zu spielen. Auch wenn das jetzt komisch klingen mag, aber der Spieltag in Meppen scheint verwunschen, denn bisher hat es die Gruppe noch nie geschafft mehr als 10 Leute dahin zu kriegen und es gibt als einzige Halle keine Tribüne, also kommen bei mir immer Erinnerungen an die Anfangszeit der Riot Shocker Crew hoch, als wir in Nordhorn und anderswo mit ein paar betrunkenen Hanseln und Gretelchen rumgesprungen sind. Nicht das ich Nordhorn oder Spiele mit so wenige Leuten besser finde als unsere Entwicklung, die wir bis heute durchgemacht haben, aber durch solch tolle Tage wie in Meppen kommt einiges wieder hoch. So nun auch mal Stopp, ich werd ja doch melancholisch. Liegt vielleicht an der komischen Weihnachts- und Neujahrszeit, die hinter uns liegt und in der dieser Bericht entstanden ist. Meine Gedanken drehen sich aber eigentlich und da könnt ihr jede_n aus der Crew fragen, nur um unseren RSC und die bevorstehenden Spiele wie Groningen oder das Superheimspielwochenende.
Meppen
Nun komme ich aber zum Spieltag in Meppen, also erstmal wieder auf Anfang schrauben und mal drüber nachdenken. Erstmal lag vor uns wieder das bekannte Meppen-Problem: Wir waren nur 9 Menschen der Riot Shocker Crew, die fahren konnten (An dieser Stelle schenke ich der Person, die sich mit der Ausrede „ich komm nicht mit, ich muss zur Uni“ drückte, kaum weitere Beachtung. Wer sich so billig aus der Affäre zieht und dann den gemütlichen Komfort des Bettes den undankbaren Stühlen in der Uni und noch viel schlimmer dem Beisammensein für den RSC vorzieht, kann auch gleich zur Sektion Münster wechseln… Verräterschwein!)
Also, ist ja nichts Besonderes mehr, dass wir teilweise mit derbem Mob, teilweise mit nem schnuckligen Haufen rumfahren, aber es ist immer schön. Gut, Meppen, wie erwähnt auf dem Hallenboden gestanden und aufgrund des wie fast immer schlechten Zeitmanagements fast zu spät gekommen, passt! Erstes Spiel ging direkt los, als wir alles hängen/liegen hatten. Es ging gegen die Drachen, also war bei uns und auch dem Team die Motivation groß, denen mal die Flügel zu stutzen, was richtig gut gelang und schon zur Halbzeit, stand es 17:28 für unseren RSC. Wir hatten echt Spaß, auch durch die Mitte der Halbzeit eingetroffenen Gäste. Danke fürs kommen!
In der 2. Halbzeit ging’s noch besser los und am Ende stand ein 31:58 auf der Haben-Seite. Hammer! Soweit ich mich erinnern kann, der erste Sieg seit langem gegen das Federvieh. Stimmung gut, wenn auch ausbaufähig. Nach einer halben Stunde Pause und einigen Gesprächen, zwei Spruchbändern mit aktuellen politischen Themen (Bilder auf http://riotshockercrew.tumblr.com/) und Verteilen der Auswärtszecke, gings im 2. Spiel, leider ohne Trainer, der ein eigenes Spiel in Rahden hatte, gegen die Emsland Rollies. Wir machten uns alle Mut, dass 4:0 Punkte drin wäre, auch wenn das Team durch das kraftraubende Quakenbrück Spiel bereits angeschlagen war. Nun ja, leider war das Spiel da eher ein auf und ab in den jeweiligen Vierteln. Zur Halbzeit stand es dann 25:14 für die Rollies und auch am Ende fehlte die Luft noch was raus zu holen. Aber egal, wer will denn nur gewinnen. Wäre ja langweilig und die Emotionen und Stimmung des zweiten Spiels waren auch so wieder einmalig, unglaublich schön. Krasse Steigerung und nicht mit dem ersten Spiel zu vergleichen, hat richtig Bock gemacht und wir alle freuen uns auf den Spieltag in Groningen.

Danke dafür
Still loving RSC

Fotos wie immer hier: tumblr

Hallenzecke #006

Und hier ist sie nun endlich…
Da unser letztes Heimspiel leider ausfallen musste und wir immer noch auf 50, nicht mehr ganz so druckfrischen Hallenzecken rumsitzen, haben wir uns gedacht, dass zumindestens unsere lieben Internetmitleser_Innen schon einmal einen Blick hineinwerfen könnten.
Leider sind NICHT mehr alle Texte aktuell. Einige hingegen sind es LEIDER noch. Einige werden sie IMMER bleiben!
Lange Rede, kurzer Sinn: Viel Spaß beim lesen!

Eure schreibwütige,
Riot Shocker Crew

Auf eine grün-weiße Saison!

Alles noch einmal Revue passieren lassen. Träumen, Blogs lesen, Fotos anschauen, immer und immer wieder. Mit einem Knall aufgehört und ruhig war es. Immer wieder höre ich es, singe leise mit „Oh RSC, oh RSC, Oh RSC, …“ Die Trommelschläge mein Rhythmus im Alltag. Die Liedtexte meine morgendliche Gebete. Die Crew meine Droge. Und jetzt, endlich wieder alles vereint. Ich liebe dich, du wunderschöne Vorfreude.

(aa) Gefühle adäquat auszudrücken ist nicht einfach und sonst auch eher nicht mein Ding. Aber diese Einleitung passt einfach. Sie drückt das aus, was ich monatelang durchstehen musste. Es gibt zwar haufenweise Ausgleichsmöglichkeiten, doch das Gefühl mit seinen engen Freund*innen auf der Tribüne zu stehen und den RSC voran zu singen, ist mit nichts vergleichbar! Ich will damit nicht sagen, dass die Riot Shocker Crew ein Projekt ist, welches durch Einzigartigkeit nicht übertroffen werden kann. Es verbergen sich hinter ihr aber einzigartig tolle Menschen und eine (fast) einzigartig angenehme Mentalität! Ich liebe euch Leute und auch wenn es manchmal schwierige Situationen gibt, denkt daran wie viele schöne Momente wir durch diesen Verein teilen durften.

Es geht schon wieder los…
Die Vorbereitungen für den Spieltag liefen überraschend problemlos. Mag aber auch vielleicht daran liegen, dass wir mittlerweile alle sehr gut mit dem Druck umgehen können, etwas in den letzten Stunden und Minuten zu organisieren. Der Samstagabend wurde noch schnell dafür genutzt die letzten Tapeten zu rollen und den Alkoholpegel über das Wochenende konstant zu halten. Freitagabend wurde nämlich auf ner Soli-Trash-Party ordentlich der ‚Innenminister-Konferenz‘ (IMK) entGEGENgedanct. (Weitere Infos folgen, bis dahin schaut mal unter: http://keinfriedenmitderimk.noblogs.org)
Treffpunkt für die gemeinsame Anreise war dann schließlich am Sonntag um 8:45h am Bahnhof. Diese unsportlichen Zeiten steckt die Crew mittlerweile ungewöhnlich gut weg, sodass auf das Notfallauto, in dem noch drei Plätze für verschlafende Sufftras frei gewesen wären, nicht zurück gegriffen werden musste. Nun ja gut, würde mensch morgens nicht unter chronischer Dyskalkulie leiden, hätten wir durch das Notfallauto auch noch knapp 30€ Zuggeld sparen können. Ob es wirklich Dyskalkulie oder doch wieder eine alkoholbedingte Diplopie war, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren.

Nächster Halt: Auswärts

Angekommen in Quakenbrück wurde erstmal versucht, die erfolgreichen Tramping-Erfahrungen erneut umzusetzen. Jedoch hätte diesmal wohl zufällig ein leerer Kleinbus um die Ecke biegen müssen, um erfolgreich alle Menschen zur Halle zu bringen. Der ‚Fanmarsch‘ durch die Quakenbrücker Metropole war jedoch auch sehr gewinnbringend.
Angekommen bei der Halle, das Team war natürlich schon da, wurde sich erstmal begrüßt und das Auto ausgeladen. Ein Shocker der Sektion Münster wollte noch die Zaunfahne im Klo versenken, hat sich dann aber doch noch umentschieden. Die Spaltung ist nicht mehr weit, treibt es nicht auf die Spitze! Very Happy
Unser Kameramensch und Bierlieferant*in ließen dann noch ein bisschen auf sich warten, schafften es aber pünktlich zum Tip-Off in der Halle zu sein.

Auf eine grün-weiße Saison
Ja diese Saison wird grün-weiß, da habe ich ein sehr gutes Gefühl! Das erste Spiel gegen die Dragon Wheelers eröffneten wir mit einer kleinen Fahnenchoreo. Spielerisch ging es sehr rasant los. Der RSC schien anfangs überrascht und hatte Probleme ins Spiel zu finden. Die Trefferquote ließ sehr zu wünschen übrig und die Defense eröffnete zu große Möglichkeiten für die spielerisch starken Dragons. Fast jeder Angriff auf unser Korb konnte mit zwei Punkten abgeschlossen werden. Zum Ende des zweiten Viertels kam das Team langsam ins Spiel und wurde zunehmend sicherer im Spielaufbau und Abschluss, sodass ein Halbzeitstand von 26:12 positiver zu werten ist, als es sich vielleicht anhören mag.
Zur zweiten Hälfte wurde eine Tapete hochgehalten, welche an die Pogrome am 09. November 1938 gedenkt: „9.11.’38: REMEMBER HISTORY – FIGHT FASCISM!“ In der Zeit vom 7. bis 13. November 1938 wurden etwa 400 jüdische Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Die Pogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in der industriellen Vernichtung der europäischen Juden mündete. Auch in der heutigen Zeit ist eine Zunahme antisemitischer Tendenzen immer wieder spürbar. Umso wichtiger scheint es, die Ausmaße von Nation und Rassismus immer wieder aufzuzeigen, sodass der Nationalsozialismus mit seiner antisemitischem Ideologie sich nie wiederhole!

Weiter nun zum Spiel: Die zweite Halbzeit wurde zunehmend dramatischer. Die Unsicherheiten konnten fast komplett abgelegt werden, viele Rebounds wurden gewonnen und Körbe erzielt. Leider konnte der Rückstand der 1. Halbzeit nicht durch die gute Leistung der 2. Halbzeit eingeholt werden, sodass der RSC mit einem Endergebnis von 54:40 den Dragons unterlag. Auf der Tribüne war die Stimmung großartig! Dauerhafter Support mit viel Variation machte Heißhunger auf das nächste Spiel.

„Refugees Welcome“
Nach einer kurzen Erholungspause für unsere Stimmbänder ging es weiter gegen H.S.V. Basketball Groningen. Mit einer neuen „Refugees Welcome“-Fahne und einer Tapete möchten wir uns mit allen Geflüchteten solidarisieren, welche in Deutschland und anderswo ein Bleiberecht fordern. Durch angeordnete rassistische Kontrollen des Senats (SPD) sollen zur Zeit in Hamburg ‚illegale‘ Geflüchtete identifiziert und abgeschoben werden. Aufgrund einer großen Protestbewegung konnten diese Kontrollen teilweise eingeschränkt werden, eine Besserung der Situation ist jedoch (noch) nicht in Sicht. Auch in anderen Städten und Dörfern machen Rassist*innen mobil. In Schneeberg (Sachsen) gingen ca. 2000 Bürger*innen auf einer NPD-Demonstration gegen „Asylbetrüger*innen“ auf die Straße. In Duisburg/Bergheim hetzt der deutsche Mob gegen ein Sinti und Roma Wohnhaus, in Berlin/Hellersdorf gegen ein Flüchtlingsheim.
Wir fordern ein sofortiges Bleiberecht für alle Geflüchteten! Kein Mensch ist illegal!
Geht auf die Straße und stellt euch diesem rassistischem Mob entgegen!
(In der Hallenzecke #6 wird es einen ausführlichen Bericht über die jeweiligen Entwicklungen geben)

Die Ampeln stehen auf Grün
Das zweite Spiel bestritt unser Team gegen H.S.V. Basketball Groningen. Meine Zuversicht auf einen anstehenden Sieg war schon sehr zwiegespalten. Letzte Saison zwei Mal klar gegen Groningen verloren, die zweite Halbzeit gegen Quakenbrück ließ jedoch hoffen. Und so sollte es dann auch los gehen. Das Team hatte sich eingespielt, Groningen wirkte überfordert. Wir auf der Tribüne gaben unser bestes daran mitzuwirken. Der Vorsprung baute sich aus und alle Ampeln wurden auf Grün gestellt. Groningen stabilisierte jedoch zum zweiten Viertel ihre Defense, konnte gut nach vorne agieren und schloss auf knappe 30:29 zur Halbzeit auf.
Welch ein nervenaufreibender Halbzeitstand.
Ab der zweiten Halbzeit konnte der RSC immer sehr knapp vorlegen, spannend blieb es aber bis zum Ende. Unser RSC absolvierte ein rundum überragendes Spiel und kämpfte bis zum Ende für den ersten Sieg der Saison. DANKE!
Auch wenn auf der Tribüne gegen Ende ein bisschen die Luft raus war, war die Stimmung wirklich sehr angenehm. Schönen Dank an dieser Stelle Richtung Sektion Oldendburg für Choreo, Fahnen und Stimmbänder! Schönen Dank an Sektion Münster für… (überleg)… für Nichts! Wink Da ihr als Individuum nicht die Sektion Münster seid, erfährt doch noch jemand von euch Anerkennung: Schönen Dank an den Shocker, der sich um die durstigen Lebern kümmerte.

Ich geh mit dir wohin du willst, auch bis ans Ende dieser Welt!
Beim nächsten Heimspiel sind wir da, singen für dich das ist doch klar!
(23.11.13 – Heimspiel in der Goethe-Ring-Halle)

Eine weitere Auswahl von Fotos findet ihr bei tumblr

We like to party!

(fy) Dieser Spielbericht lässt wohl so lange auf sich warten wie der Abend vor dem Spieltag für einige Shocker_innen lang war, weshalb ich euch diesen auch nicht vorenthalten möchte.

Auf dem Programm stand ein Vengaboys Konzert der Extraklasse!

Große Teile unserer Crew bewegten sich nach einem eskalativem Vortrinken am Abend vorher zu einem unvergesslichen Konzertabend nach Bielefeld bei dem doch allen ernstes Captain Hollywood und die Vengaboys auftreten sollten.
Einige von uns hielten dies wohl für so irreal, dass sie sich bereits vor Abfahrt aufgrund ihrer Nervosität betrinken mussten.
Gedacht, getan! Volltrunken stiegen wir in einen Zug nach Herford um dann in Herford in den nächsten nach Bielefeld zu steigen. Bereits bei der Abfahrt haben die meisten von uns fest damit gerechnet, dass wir niemals in Bielefeld ankommen werden.
Nach der Abfahrt des Zuges sauste ein stark alkoholisierter Shocker auf seinen 80er Jahre Discorollschuhen an mir vorbei der wohl der Massenträgheit zum Opfer gefallen ist. Ein Bier später raste er beim ersten Halt ein zweites Mal an mir vorbei – als der Zug los fuhr dann ein 3. Mal und ich gewöhnte mich ein paar Stationen später an das Vorbeisausen des Sufftras auf seinen sexy Rollschuhen.
Umstieg – Hektik – Alkohol
Nun hieß es schnell sein denn wir mussten diesen Zug verlassen um mit einem total orientierungslosen Mob in den nächsten zu steigen!
Einmal kurz durchgezählt und das nächste Bier auf gemacht flitzte der Rollschuhfahrer auch wieder an einem vorbei und der Zug war in voller Fahrt Richtung Bielefeld.
Nun konnte uns nur noch der Umstieg in die Bielefelder Straßenbahn einen Strich durch die Rechnung machen!
Im Zug begannen irgendwann ein paar Jugendliche Freude an dem laut VEngaboys und RSC Lieder singenden Haufen zu finden und nahmen promt ihre Handys raus um uns zu Filmen, was von uns nicht gern gesehen wurde und so verschwanden die Handy dann auch wieder.

In Bielefeld angekommen wurde es nun immer schwerer den Mob in die richtige Richtung zu lenken. Es zeigte sich jedoch schnell der geschulte Umgang mit Betrunkenen weshalb wir nach einigen schrägen Blicken auf unsere Verkleidungen schon in der Straßenbahn saßen.
Nächster Halt Ringlockschuppen!
Es war volbracht! So wie Moses sich durch Meer bewegt hat bewegten wir uns mit einigen Ausfallschritten Richtung Eingang des Ringlockschuppens und standen auch schon ein paar Augenblicke später vor der Bühne.
Hier verschwimmen dann meine Erinnerungen. Ich kann mich lediglich an das Rap-Battle zwischen Captain Hollywood und Mola Adebisi (Moderator des Abends), an den Beginn des Vengaboys Konzerts und an eine Pizza, die ich im Ringlockschuppen gegessen habe, erinnern.
Meine nächste Erinnerung besteht aus einem unbequemen Aufwachen auf einer Bank, wo ich einen Menschen der Sektion Münster im Blick hatte, der sich mit einem Security nicht besonders gut verstand und ihm den Mittelfinger zeigte.
Nachdem wir bloß einmal in den falschen Zug gestiegen sind waren wir schon wieder in Osnabrück. Mein Körper schrie noch nie so laut nach Ruhe wie in diesem Moment. Ich vermute, dass er sich bei meiner geistigen Abwesenheit so dermaßen zu den Vengaboys ausgetobt hatte und nun überhaupt nicht mehr konnte.
Ich tat das Beste, was ich nur hätte machen können und ich ignorierte ihn, da von nun an der RSC im Fokus stand! Dieser Spieltag konnte nicht ohne mich über die Tribüne gehen weshalb wir schon wieder im Zug saßen. Nur dieses mal nach Quakenbrück um den Hot Dogs Ostfriesland und den Artland Schnappis ein trauriges Saisonende zu bescheren.
An der Halle in Brück an der Quake angekommen brachten wir ein Schild am Eingang für die Teams mit der Aufschrift „Wir müssen Leider draußen bleiben“ an, welches nebenbei noch ein originalgetreues Bild der Hot Dogs zeigte.

Wenig später begannen wir mit dem anbringen unserer Dekoration. Zusätzlich wurde ein Spruchband „Ich mag Drachen“ angebracht worauf ein Fan der Echsen mit einem fragenden „am liebsten gebraten?“ folgte.
Fast richtig, denn dem folgte kurz vor Spielbeginn ein „ich könnte nur keinen Ganzen essen“.
Sichtlich eingeschüchtert lagen die Drachen nach dem ersten Viertel mit einem Punkt zurück (wenn ich mich da richtig erinnere).
Nicht nur auf dem Spielfeld ging es voran, sondern auch auf der Tribüne, was zur sichtlichen Verwunderung derjenigen geschah, welche dem Konzert am Vorabend fern geblieben waren, denn der Support ließ sich durchaus sehen und vor allem hören.
Zur zweiten Hälfte des Spiels wurde erneut eine Tapete, dieses mal mit den Worten „Drachen die bellen beißen nicht“ präsentiert. Wo ich mich gerade frage… Als erstes haben wir gegen die Drachen gespielt und dann gegen die Hunde. Warum haben wir bitteschön „Drachen die bellen beißen nicht“ und nicht „Hunde die bellen beißen nicht“ gemacht? Hmm… war wohl Verwirrungstaktik.

Leider ging diese Art der taktischen Mittel nicht auf, denn unser Team verlor das Spiel an dessen Endergebnis ich mich leider nicht erinnern kann. Liegt wohl an dem vorigen Abend, den wir da durchlebt haben und an meinem schlechten Gedächtnis…
Aber wie dem auch sei. Der Spieltag geht weiter und nun waren die Hot Dogs Ostfriesland an der Reihe. Passend zum Spiel wurde das „Ich mag Drachen – Ich könnte nur keinen Ganzen essen“ mit „Ich mag Hunde – am liebsten an der Leine“ ausgetauscht.
Wenige Minuten vor Spielbeginn wurde dann auf den 1000 Kreuze Entenmarsch von einigen Fundamentalist_innen in Münster aufmerksam gemacht.
Drei Spruchbänder mit der Aufschrift „Zum Teufel mit den Fundamentalist_innen – 09.03.: 1000 Kreuze in Münster“ wurden in die Höhe gehalten. Auf dass diesen tausende Jahre zurückgebliebenen Idioten der Tag so schwer wie möglich gemacht wurde…

Hier war es also. Das letzte Spiel der Saison lag vor uns und allen war klar jetzt noch einmal alles zu geben.
An die Ergebnisse kann ich mich nicht mehr erinnern aber ich habe es als ein sehr spannendes Spiel im Kopf behalten. Besonders die Stimmung war unfassbar gut und der Vorabend schien wie weggeblasen. Wir sangen unser Team nach vorne, welches trotz eines guten Spiels den Hot Dogs unterlag.
Eine sieglose Saison mit vielen schönen, lustigen und unvergesslichen Momenten war nun vorüber gegangen.

Kurz bevor wir traurig über das Ende der Saison nach Hause fuhren, wurde noch ein Foto mit dem Team und einer Tapete „Greetings to Senegal“ geschossen. Dies sollte an ein senegalesisches Rollstuhlbasketball Team geschickt werden, worüber HIER hier mehr zu lesen ist.

Nachdem wir im hoch offiziellen Shuttle zum Bahnhof gebracht wurden setzten wir uns in den Zug und es ging nach Hause.

Die nächste Saison kann kommen!

Donnerstag: 12 Uhr – Berlin, Kreuzberg

3. HS -3er
(mc) Mit verkatertem Blick schaute ich mich selbst im Spiegel an. Die Party vom Vorabend hatte ihre Spuren hinterlassen, dabei wollt ich doch gar nicht so lange machen. Wie so oft…
Als hätte mensch das nicht kommen sehen. Naja, half alles nichts.
Schließlich gings heute schon in Richtung Osnabrück um am Abend einem Vortrag von Sookee zu Heterosexismus und Homophobie im Rap zu lauschen und anschließend Sookee und Refpolk im SubstAnZ performen zu sehen. Am Freitag sollte noch ein wenig vorbereitet werden für das Highlight des Wochenendes: den ersten Heimspieltag der Saison.

Also auf gings, schnell alle Sachen eingepackt und mit samt Mitbewohnerin und einem Ex-Schocker aus Osnabrück, der zu Besuch war, ins Auto gesetzt.
Für Frühstücken war keine Zeit mehr, dies konnte jedoch erfolgreich bei einer größeren Fastfood Kette nachgeholt werden.
Die Fahrt war wie zu erwarten lang und von einigen Fehlern des Fahrers geprägt.
So wurde beispielsweise mehrfach um einen Häuserblock gefahren, weil die Einfahrt zu der darin liegenden Tankstelle nicht allzu leicht zu erkennen war und der Fahrer es tunlichst vermied, auf der Straße zu bremsen, um einmal genauer hinzusehen oder beim verpassen der Einfahrt gar möglichst schnell wieder zu wenden.
Es wurden mehrfach die falschen Auf- und Abfahrten auf der Autobahn genommen und wild im Auto gestritten, wieso mensch denn dauernd auf sein Navi gucken würde anstatt auf die Anweisungen der Mitfahrer_innen zu hören und dann das ganze trotzdem nicht hinbekommt.
Schluss endlich erreichten wir unser Ziel in Osnabrück leider mit etwas Verspätung, sodass wir den Vortrag nicht mehr pünktlich erreichten und uns dazu entschieden lieber vor der Party noch etwas zu essen.

Ein paar Bier und gefühlte 3kg Käse Spätzle später, machten wir uns auf den Weg ins SubstAnZ.
Schon kurz vor dem Eingang begegneten wir einigen Schocker_innen und Genoss_innen, was in einem Umarm- und Begrüßingsinferno endete.
Das SubstAnZ war wider Erwarten gut gefüllt, schließlich war es ja mittlerweile fast 22 Uhr und es war immer noch Donnerstag.
Drinnen ging das Begrüßungsinferno weiter und so dauerte es eine Weile bis endlich für neues Bier von der Theke gesorgt war.
Die Stimmung war relaxt und aus den Boxen trällerte es allerhand Rap, Punk und Electro. Auf kurze Nachfrage bei einem Shocker der für die Musik verantwortlich war, ob es denn heute Abend auch noch Trash Mucke geben würde, wurde dies zu meinem Bedauern verneint, weil der Mensch heute nicht solange machen wolle. Das kennen wir doch schon oder?
Nach einigen Gesprächen und weiteren Bieren trat Refpolk als erster auf die Bühne und wurde euphorisch vom Publikum begrüßt.
Ein Mix aus seinen bereits bekannten Liedern und neuen Tracks, seines grade frisch erschienenen Albums, welches ihr hier bekommen könnt: http://refpolk.bandcamp.com/album/ber-mich-hinaus
heizte der Menge ein und veranlasste zum Tanzen und mitsingen.

Nach einem kurzen Break und dem letzten Song von Refpolk stand auch schon Sookee auf der Bühne und legte los.
Die Stimmung war richtig gut und fast jeder Track wurde vom Publikum mehr oder weniger gekonnt mitgesungen und betanzt.
Wer mehr über Sookee erfahren will oder Ihrer Musik lauschen möchte, kann hier vorbeischauen: http://www.sookee.de/
Alles in allem ein richtig schöner Konzert-Abend soweit, aber die Nacht war noch zu jung und so sah es scheinbar auch der musikverantwortliche Shocker, der nun doch zum Trash abfeiern einlud.
Damit begann eine wiedermal legendäre Trash-Aftershowparty die bis in die morgen Stunden ging. Soviel zu „ich mach heute nicht solange“.
Um alle Höhen und Tiefen des Abends hier weiter auszuführen ist hier leider kein Platz mehr, soll schließlich nen Spielbericht werden und kein Partybericht.
Ausserdem hab ich mittlerweile fast den unteren Rand des MacBook Bildschirms erreicht und der Café Latte ist so gut wie leer ;-)

Kommen wir also zum farbenfrohen Teil.
Am Freitag sollte noch gemalt und allerhand Kram organisiert werden, das wurde wohl auch getan, allerdings ohne die katergeplagte Sektion Berlin.
Der Alkohol des Vorabends hinterließ mal wieder seine Spuren, was darin endete, das der Tag und der Abend lieber vor dem Fernseher, in der Wohnung in der wir Zuflucht fanden, zum ausnüchtern genutzt wurde. Was mit andauerndem Anrufen der restlichen Shocker_innen begleitet wurde, um zu fragen wo mensch denn bleibt. Wahrscheinlich war es ganz gut das wir nicht mehr rausgegangen sind, so konnte sich die Sektion Berlin am nächsten Morgen problemlos aus der Umklammerung des Bettes befreien und sich pünktlich aufmachen um den RSC zu supporten.

Angekommen am vereinbarten Treffpunkt und einen kurzen Plausch mit den restlichen Shocker_innen – sowie zwei Menschen die sonst eher den FC St. Pauli supporten uns aber heute begleiten wollten – packten wir die bekannten Utensilien in die bereitstehenden Autos und machten uns auf den Weg zur Halle.
An der Halle trafen wir noch auf weitere Shocker_innen und machten uns daran unsere Fahnen und Banner an der dafür vorgesehene Tribüne zu befestigen.
Endlich wieder RSC! Mich überkam die Freude! Da die Sektion Berlin aus logistischen Gründen leider beim letzten Spieltag in Meppen fehlte, war dies also erst das zweite Spiel das bestaunt und bejubelt werden konnte.

3.HS Regen Sonnenschein

Im ersten Spiel traf unser RSC auf die Red Dogs Ostfriesland.
Mit hohen Erwartungen an das bevorstehende Spiel entrollten wir unsere erste Tapete mit der Aufschrift „Nach Regen“, hierzu trugen die meisten Shocker_innen Regencapes, welche vor dem nun einsetzenden Konfettiregen schützen sollten. Leider war die Choreo etwas unorganisiert, was zur Folge hatte, das Teile der Crew nicht da waren und auch das fotografieren der Choreo verpasst wurde. Als sich der Konfettiregen legte, wurde die zweite Tapete hervorgeholt mit der Aufschrift „Kommt Sonnenschein“. Ein Shocker, durch eine Goldene Krone als Sonne gekennzeichnet, tanzte umher und der Rest der Shocker_innen musste vor lauter Sonnenschein zu den mitgebrachten Sonnenbrillen greifen. Mit dem danach einsetzenden Aux Armes sollte es nun richtig losgehen, sowohl auf dem Platz als auch auf der Tribüne. Leider hatte das Aux Armes nicht die gewohnte Power, was wohl an der uns bekanntlich nicht allzu gut liegenden frühen Stunde und den immer noch abstinenten Shocker_innen, sowohl physisch als auch vom Bier, lag.
So wie das Aux Armes verlief auch die erste Hälfte des Spiels und des Supports, eher mäßig. Auf dem Platz wurden viele Chancen zu leichtfertig vertan, die eigene Treffsicherheit ließ zu wünschen übrig und oben auf der Tribüne glänzte der Support auch nicht grade mit Textsicherheit. Was alles in allem zu einem Halbzeitstand von 10:27 führte.
Die Halbzeitpause wurde genutzt um die ersten Hallenzecken zu verteilen (die diesmal in einem echt fetten Design daherkam), Sticker zu verkaufen, Zigaretten zu rauchen, Bier nachzutanken, und sich selbst und das Team darin zu bestärken, dass da noch mehr geht.
Passend zum Anpfiff der zweiten Hälfte befand sich der Großteil der Shocker_innen auch wieder auf der Tribüne. Der Support lief allerdings immer noch etwas schleppend, einzig das „Allez Grün-Weiß“ knallte ordentlich durch die Halle. Trotz dem Versuch einzelner Shocker_innen durch „lauter!“ und „jetzt alle!“ Rufe den Support ordentlich anzuheizen sollte der Funke nicht wirklich überspringen.
Ähnlich verlief es auf dem Platz, es wurde gekämpft was das zeug hält, doch die Lücken in der Abwehr waren zu groß und die Ostfriesen zu treffsicher. Ärgerlich. So musste am Ende der zweiten Halbzeit mit 14:61 eine eindeutige Niederlage hingenommen werden.

So hatten wir uns das erste Spiel Zuhause sicherlich nicht vorgestellt.

In der Pause wurde sich fleißig am Büffet bedient und die ein oder andere Flasche Bier vom Kiosk organisiert. Schön war zu sehen, das unsere Sticker gleich bei der Zielgruppe ankamen, so trug beispielsweise die Verkäuferin am Büffet unseren Sticker auf der Brust. Da fühlt mensch sich doch gleich noch ein Stück wohler! Bei einer Zigarette mit einem der RSC Spieler wurde uns offenbart, dass dieser am Mittwoch alleine beim Training war, was zu ungläubigen Blicken und Gelächter führte. Was war da nur los? Es wurden Rufe nach Trainerwechseln laut, die aber eher ironischer Natur waren.
Weiter wurde sich über die fehlende Treffsicherheit ausgetauscht, zur Motivation, das Ganze besser zu machen, wurde dem Spieler unsererseits eine Flasche Bier für jeden gemachten Korb angeboten. Im Gegenzug stachelte der Spieler uns an, gefälligst auch mehr Lärm zu machen. DEAL!
Während der Spielpause mussten wir dann auch noch weitere Verluste hinnehmen. Die bereits erwähnten St. Pauli Supporter_innen, die uns begleiteten, verließen uns und eine Shockerin hatte tatsächlich ihren Umzug auf den Heimspieltag gelegt. Vernünftiges Zeitmanagement sieht anders aus!

Kurz vor dem Anpfiff der Partie gegen die Emsland Rolli Baskets kam ein netter Gruß eines Sektion Phnom Penh (Kambodscha) Shocker per Messenger, der bei 30 Grad im Schatten wohl lieber für den RSC schwitzen würde ;-) Im Gegenzug wurde das erste Ergebnis des Heimspieltages zurück getickert, welches bei ihm wohl trotzdem nicht die Sehnsucht vertrieb.

Sektion Phnom Penh

Das zweite und damit letzte Spiel für den RSC gegen die Emsland Rolli Baskets wurde nun mit Spannung erwartet.
Schon vor Spielbeginn machte sich gut Stimmung auf der Tribüne breit, was dazu führte das die ersten Gesänge schon vor dem Anpfiff durch die Halle donnerten.
Der Knoten war endlich geplatzt und die Crew bereit noch einmal alles zu geben.
Auf dem Spielfeld ging es gleich erfreulich gut für uns los und jeder Treffer des RSC wurde lautstark bejubelt und beklatscht.
Sehr bewundernswert war die Verteidigung unseres Teams, die den „Top Scorer“ der Baskets, mit der Rückennummer 12, ganz einfach kalt stellten, indem dieser bereits in der eigenen Hälfte angegangen wurde.
Das starke Pressing zeigte Wirkung, sowohl im Spielverlauf als auch in der Motivation des immer wieder ausgebremsten und geblockten Spielers – der sich immer wieder lautstark beim Schiedsrichter beschwerte.
Den Emsland Rolli Baskets gelang es innerhalb der ersten Hälfte nicht ihr Spiel gegen diese Taktik auszurichten, was zu einem Halbzeitstand von 22:30 für unseren RSC führte.
Die Stimmung war am kochen! Befanden wir uns doch tatsächlich auf dem Weg zum ersten Sieg der Saison?!
Die kurze Halbzeitpause wurde genutzt um schnell noch einmal die Nikotinreserven aufzufüllen und sich gegenseitig anzustacheln das es noch lauter geht.
Zum Ende der Pause entrollten wir eine weitere Tapete die an NS-Kriegsverbrecher_innen und ihre Taten erinnern, sowie deren Straffreiheit thematisieren sollte. Eine ausführliche Erklärung hierzu gibt’s in unserer neuen Rubrik „Mehr als nur Wandschmuck“ in der nächsten Hallenzecke.

3. HS NS-scheisse

Mit dem Anpfiff schallte es wieder aus den mittlerweile immer öfter heiser klingenden Kehlen der Crew.
Ein Gesang nach dem anderen wurde von der Tribüne abgefeuert. Von Seiten der Bank des RSC wurden wir immer wieder angestachelt lauter zu supporten.
Das taten wir auch. Endlich wurde, ohne größere Lücken, durchgesungen – so muss das!
Unten auf dem Platz entwickelte sich ein richtig gutes und spannendes Spiel. Die Emsland Rolli Baskets holten langsam auf und fanden immer besser ins Spiel.
Es hagelte einige Körbe auf beiden Seiten. Erneut wurden viele Fouls gepfiffen, die den Baskets zu viele Freiwürfe ermöglichten.
Die Freiwürfe wurden hierbei, wie gewohnt, mit allerhand unrhytmischem Lärm unsererseits begleitet, was auch immer wieder zu Fehlwürfen führte. Zumindest bilden wir uns das ein…
Kurz vor dem Ende der zweiten Hälfte schafften die Baskets den Ausgleich – Overtime!

Wir waren uns alle ein wenig uneinig was denn „Overtime“ jetzt genau bedeutet, schließlich kommt das nicht so oft vor und auch wir kennen nicht das gesamte Regelwerk des Rollstuhlbasketballs auswendig, …noch nicht! Wurden jetzt zwei mal 10 Minuten oder nur einmal 10 Minuten nachgespielt? Die Versuche von der Tribüne aus Kontakt mit den Schiedsrichtern zu suchen und nachzufragen missglückten. Diese Unwissenheit sollte uns jedoch keineswegs davon abhalten weiter alles zu geben. Sei es 10 Minuten oder eben 20!
Es wurde zwar deutlich spür- und hörbar, dass auch wir langsam an unsere Grenzen kamen, dennoch war die Stimmung weiterhin ne „Jute Sache“!

Noch einmal wurden alle Gassenhauer ausgegraben um unseren RSC nach vorne zu schreien.
Leider mussten wir immer wieder gute Konter der Baskets, die zu Punkten führten, hinnehmen.
Die Taktik, die Nummer 12 auszubremsen, ging leider nicht mehr auf.
Es wurde zwar weiterhin gut geblockt, nur leider waren damit zwei Spieler beschäftigt, was zu großen Lücken führte.
Kurz vor dem dem Ende der 10 Minuten lagen die Baskets mit nur wenigen Punkten vor uns.
Mit allen Kräften wurde versucht die Punkte aufzuholen. Mit nur noch wenigen Sekunden auf der Spieluhr gab es noch einmal Hoffnung.
Freiwürfe für den RSC. Leider wurde nur einer der beiden Würfe verwandelt. Die restliche Spielzeit reichte leider nicht mehr aus um die nun nur noch 4 Punkte Vorsprung aufzuholen und wir mussten uns mit 54:50 geschlagen geben. Overtime sind leider doch nur 10 Minuten. Wirklich Schade! Diesem Spiel hätten wir noch ewig zusehen können!

Definitiv das beste Spiel das die Sektion Berlin bisher erleben durfte! Die Stimmung war Bombe und es hat richtig Laune gemacht den Spieler_innen zuzusehen.

Wir verabschiedeten das Team mit „Ich bin dabei, du bist dabei, wir sind dabei, wenn ihr verliert!“
Das nächste mal gibt’s dann aber endlich die abgewandelte Version „Ich bin dabei, du bist dabei, wir sind dabei, wenn ihr gewinnt!“

Forza RSC! Werdet Teil der Legende!